Über den Autor Jürgen Wirth

 

Jürgen Wirth, 1962 in Sonthofen geboren, verbrachte seine Jugend im Allgäu und lebt jetzt am Bodensee. Er hat drei Kinder und schreibt seit 2007 Romane. An seinem Debütroman "Manisch Depressiv Ein Mann sieht rot" schrieb er 1300 Stunden und brachte ihn 2010 im ABUS Autorenverlag heraus.

 

Juli 2010:

Interview mit Jürgen Wirth, dem Autor des Romans „Manisch Depressiv Ein Mann sieht rot“

 

ABUS Autorenverlag: Wie geht die Gesellschaft ihrer Meinung nach mit depressiven oder psychisch erkrankten Menschen um?

Jürgen Wirth: Heutzutage ist das immer noch ein Tabuthema, weil die Leute nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Auch innerhalb der Familie gibt es Mitglieder, die an einer psychischen Krankheit leiden; diese werden häufig gemieden und wie Aussätzige behandelt, obwohl das eigentlich eine Krankheit ist wie jede andere auch eben auf der psychischen Ebene, denn es gibt Menschen, die eben auf Stress mit Kopfschmerzen und Migräne oder mit Magenschmerzen reagieren und es gibt eben Menschen, die psychisch darauf reagieren indem sie eben depressiv werden oder andere psychische Störungen bekommen.

 

ABUS Autorenverlag: Wie bewerten Sie die Zustände in deutschen Gefängnissen?

Jürgen Wirth: Die Zustände in der Untersuchungshaft sind natürlich relativ krass und zwar deshalb, weil dort alle Verbrecher auf einem Haufen sind. In der U-Haft ist man noch nicht verurteilt, das heißt man sitzt da mit Schuldigen und Unschuldigen egal ob Taschendieb oder Mörder in einem Boot und alle warten auf ihre Verurteilung. Die verschlechterten Lebensbedingungen zeigen sich in der Qualität des Essens und der Einstellung der Wärter gegenüber den Häftlingen. Die Wärter sind oftmals Menschen, die ihr mangelndes Selbstvertrauen damit stärken wollen, dass sie Macht ausüben gegenüber denen, die sowieso nichts mehr haben und eingesperrt sind.

 

ABUS Autorenverlag : Schaut man sich die Episoden in ihrem Roman an, in denen ihre Kindheit in den 50-ern und 60-ern dargestellt wird, erkennt man eine starke Kritik am autoritären Erziehungsstil Ihres Vaters. Glauben Sie, dass dieser Erziehungsstil charakteristisch für diese Generation war?

Jürgen Wirth: Ich denke schon, dass diese Kriegsgeneration sehr darunter gelitten hat, dass sie selber so autoritär erzogen worden ist und gehorchen lernen musste gegenüber Staat und Gesellschaft, und dass dies eben auch oft Einzug in die Familie gefunden hat.

 

ABUS Autorenverlag : Inwiefern ist Ihr Roman autobiografisch?

Jürgen Wirth: Der Roman ist sehr autobiografisch orientiert , da er das Leben eines guten Freundes reflektiert und die Kindheitserlebnisse sind zum allergrößten Teil so dargestellt, wie ich sie damals selbst erlebt habe.

 

ABUS Autorenverlag: Was macht Ihren Roman zu einem besonderen Roman?

Jürgen Wirth: Der Roman spiegelt wieder wie ein „normaler“ Mensch mitten im Leben von heute auf morgen zu einem Verbrecher abgestempelt wird, der eigentlich bis dahin als wertvolles Mitglied der Gesellschaft betrachtet wurde. Der 8-monatige Rosenkrieg hat den manisch depressiven Protagonisten psychisch so mürbe gemacht, dass er schließlich eine Straftat begangen hat. Die Kindheitserlebnisse reflektieren die Verletzlichkeit des Romanhelden, weil er in seiner Erziehung nie eine innere Sicherheit vermittelt bekommen hat.

 

ABUS Autorenverlag : Möchten Sie uns sonst noch etwas sagen?

Jürgen Wirth: Ich würde gerne noch ein weiteres Buch veröffentlichen und ich habe es auch schon zur Hälfte fertiggestellt. Aber so ein Buch ist ein relativ großes Projekt und da muss man schon viel Zeit uns Muße dafür haben und die fehlt mir im Moment.

Bestellung Versandkostenfrei

Leseprobe

 

Die wohl herrlichste innere Wahrnehmung hatte ich in meinen Manien; da ereilte mich ein unbegreifliches Gefühl von Glück und Wohlbehagen. Endlich konnte ich mich und meine Umwelt wieder lieben. Alles um mich herum war plötzlich fantastisch: die Blumen, die Vögel, die Kräne an der Baustelle, die hupenden Autos, welche an mir vorbeifuhren, einfach alles ohne Ausnahme. Probleme gab es nicht, das waren Attribute für Looser, ich packte die Unwägbarkeiten am Schopf und war auch durchaus in der Lage, jedes Problem, das sich mir in den Weg stellte, zu lösen...

 

Text online lesen 

search this site the web
site search by freefind
Newsletter

Ausführliche Leseproben, Interviews mit dem Autor Jürgen Wirth oder
interessante Links und Tipps zum Thema Bipolare Störung - Unser
Newsletter hält Sie auf dem laufenden!

Info: Der Newsletter kann jederzeit abbestellt werden.